Stammzelltherapie ohne Stammzellen
(Hamburg, 5.2.10) In meinem Buch Der zweite Code äußere ich im Kapitel über Stammzellforschung folgende Prognose: “Sehr wahrscheinlich macht die Epigenetik die Stammzelltherapie eines Tages sogar überflüssig. Wenn die Wissenschaftler nämlich erst gelernt haben, direkt vom epigenetischen Programm einer ausdifferenzierten Zelle in das einer anderen umzuschalten, können sie zum Beispiel eine Hautzelle in eine Nervenzelle verwandeln oder eine Hodenzelle in eine Insulin produzierende Bauchspeicheldrüsenzelle und so weiter.”
Nun – viel früher als ich gedacht hätte – haben Forscher diese Idee tatsächlich erfolgreich in die Tat umgesetzt. Dem deutschen Stammzellforscher Marius Wernig von der Stanford University in Kalifornien, USA, gelang mit seinem Team die direkte Verwandlung von Bindegewebszellen aus der Haut von Mäusen in Nervenzellen. Der Wechsel in ein anderes epigenetisches Programm gelang durch das Einpflanzen dreier Gene in das Erbgut der Hautzellen. Die detektivische Glanzleistung der Forscher war dabei, im Vorfeld die richtigen Gene ausfindig zu machen.
Sowohl der ethisch umstrittene Einsatz embryonaler Stammzellen, als auch die erst seit kurzer Zeit mögliche Herstellung so genannter induzierter pluripotenter Stamm-Zellen (ipS-Zellen) sind nach Ansicht vieler Wissenschaftler zwar weiterhin wichtig für die Grundlagenforschung. Eine Zelltherapie der Zukunft wird aber vermutlich ohne beide auskommen können.
Quelle: Thomas Vierbuchen et al. 2010, Nature Online-Vorabpublikation
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3. Auflage
(Hamburg, 22.1.10) Zu meiner großen Freude ist in diesem Monat die dritte Auflage meines Buchs über Epigenetik (Der zweite Code) erschienen – kein halbes Jahr nach der ersten Auflage. Darin konnte ich endlich auch zwei peinliche Fehler korrigieren, für deren Berichtigung vor der Drucklegung der zweiten Auflage wegen des riesigen Erfolgs des Buches in den ersten zwei Wochen (und weil ich verreist war) keine Zeit geblieben war. Nun besteht die RNA aus Nukleotiden und Insulin senkt den Blutzuckerspiegel.
Sollten Ihnen, liebe Leser, auch in dieser Auflage noch Fehler auffallen, oder sollten Sie Fragen oder Anregungen haben, schreiben Sie mir bitte. Für meine Kontaktdaten, bitte hier klicken.
TIME-Titelgeschichte
(Hamburg, 11.1.10) Gestern erhielt ich eine aufregende Email des amerikanischen Top-Epigenetikers Randy Jirtle. “Epigenetics has now made it to the cover of TIME magazine”, schreibt er. Und tatsächlich: Die USA-Ausgabe des wohl weltweit bekanntesten Nachrichtenmagazins macht mit einer DNA auf, die sich nach oben in einen Reißverschluss verwandelt. Daneben prangt ein Text, der fast wörtlich aus meinem neuen Buch Der zweite Code übersetzt sein könnte: “Why Your DNA isn’t your destiny. The new science of epigenetics reveals how the choices you make can change your genes – and those of your kids.” Nur zum Vergleich hier ein Ausschnitt aus meinem Klappentext: “Gene bestimmen nicht alles. Deren Aktivität lässt sich steuern, und zwar nicht zuletzt durch unseren Lebenswandel. Damit besitzen wir eine bislang ungeahnte Macht über unser körperliches und seelisches Wohlergehen – und das unserer Kinder.”
Auch das Fazit der Titelgeschichte entspricht exakt der Grundthese meines Buches: “For decades, we have stumbled around massive Darwinian roadblocks. DNA, we thought, was an ironclad code that we and our children had to live by. Now we can imagine a world in which we can tinker with DNA, bend it to our own will. It will take geneticists and ethicists many years to work out all implications, but be assured: the age of epigenetics has arrived.“
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Sucht als epigenetisches Phänomen
(Hamburg, 8.1.10) Ist Sucht ein epigenetisch gesteuertes Phänomen? Eric Nestler glaubt ja: “Eine wachsende Zahl an Belegen unterstreicht, dass die stabilen Änderungen der Genaktivität in den betroffenen Nervenzellen des Belohnungssystems zumindest zum Teil auf epigenetischen Mechanismen beruhen.” So zitiere ich den amerikanischen Psychiater in meinem Buch Der zweite Code. Damals hat er sich noch recht vorsichtig ausgedrückt. Doch nun hat sein Team eine neue Studie mit Mäusen im Fachblatt Science publiziert und damit einmal mehr bestätigt, dass die Epigenetik bislang hält, was wir uns von ihr für die Zukunft versprechen.
Häufiger Kokainkonsum führt danach zur Unterdrückung der so genannten Histonmethyltransferase G9a. Diese verändert die Histone genannten “Verpackungsproteine” an der DNA der Nervenzellen der Nuclei Accumbentes – und damit die Aktivierbarkeit vieler Gene. Dadurch schalten die Zellen in diesen Belohnungszentren in ein anderes Programm um. Sie verzweigen sich leichter, was das Nervensystem in Zukunft empfänglicher für die Droge Kokain macht. Die Grundlage für eine bleibende Abhängigkeit ist gelegt. Die epigenetische Maschinerie – in diesem Fall vertreten durch das oben erwähnte Enzym, dessen Namen ich nicht noch einmal wiederholen möchte – spiele also eine “bedeutsame Rolle bei der Langzeitwirkung von Kokain” schreiben die Forscher.
(Alle Säuger haben übrigens anders als der gebräuchliche Name Nucleus Accumbens vermuten lässt, zwei Belohnungszentren, denn unser Hirn besteht aus zwei Hälften. An dieser Stelle bitte ich um Entschuldigung, dass ich in den ersten Auflagen meines Buches den falschen Plural verwendet habe. Der Fehler, auf den mich ein paar besonders aufmerksame Leser dankenswerterweise hingewiesen haben, wurde inzwischen korrigiert.)
Quelle: Science Bd. 327, S. 213
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Vortragsreihe “Epigenetik” in Hamburg
(Hamburg, 27.11.09) Der Naturwissenschaftliche Verein in Hamburg veranstaltet derzeit eine öffentliche und kostenlose Vortragsreihe zur Epigenetik. Die empfehlenswerten Vorträge zu äußerst spannenden Themen beginnen Donnerstags um 18 Uhr im großen Hörsaal des Zoologischen Instituts und Museums – genau dort, wo vor fast 15 Jahren meine Disputation stattfand.
Die verbleibenden Termine:
- 3.12.09: Prof. Dr. Albert Jeltsch, Jacobs University Bremen, über Imprinting. (Verschoben auf den 28.1.2010)
- 10.12.09: Prof. Dr. Rainer Renkawitz, Universität Gießen, über unser Genom als “epigenetischen Flickenteppich”.
- 21.01.10: Dr. Clarissa Gerhäuser, DKFZ, Heidelberg, über “Epigenetik, Ernährung und Krebsprävention”.
Für eine Terminvorschau meiner eigenen Vorträge und Lesungen bitte hier klicken.
Unheimlich
(Hamburg, 2.11.09) So langsam wird es mir etwas unheimlich. Und Sie, geschätzte regelmäßige Leser dieser Seite, wird es allmählich vielleicht etwas langweilen. Aber wer will es mir verübeln, dass ich mich freue und einmal mehr verkünde: Es gibt schon wieder ein erwähnenswert positives Lob aus kompetenter Feder für mein neues Buch Der zweite Code. Dieses Mal stammt es von den Machern des Magazins business bestseller, die jeden Monat Zusammenfassungen dreier aktueller Sachbücher herausgeben, die sie für besonders wichtig halten.
Eines dieser business bestseller summaries widmet sich im November meinem Buch über Epigenetik und kommt zum Ende einer achtseitigen Zusammenfassung zu dem Fazit: “Dieses Buch ist Entdeckungsreise und Lehrstunde der modernen Biologie zugleich – spannender und gleichzeitig verständlicher kann man Epigenetik kaum erläutern.” Der Informations- und Neuigkeitswert des Buches wird mit je 5 von 5 möglichen Punkten bewertet. Alle anderen Kriterien (Praxisorientierung, Gliederung, Verständlichkeit und Lesefreude) erhalten 4 von 5 Punkten. Danke!
Wer weiterlesen will, findet das gesamte Fazit unter den inzwischen erfreulich zahlreichen Pressestimmen zum zweiten Code. Bitte hier klicken.
Eines der wichtigsten Sachbücher des Herbstes
(Hamburg, 15.10.09) Die FAZ hat zur Frankfurter Buchmesse die zehn wichtigsten Sachbücher des Herbstes ernannt. Und zu meiner großen Freude ist Der zweite Code dabei. Ich bedanke mich für diese außerordentliche Anerkennung und starte nun besonders motiviert nach Frankfurt.
Ab morgen Abend stürze ich mich dann ins Buchmessen-Getümmel. Wer mich und das Thema Epigenetik dort erleben will, kann dies übrigens am Samstag, den 17.10. um 13 Uhr beim Autorengespräch der Frankfurter Rundschau in Halle 3.0, Stand B157, tun.
Weitere Veranstaltungen mit mir finden Sie, wenn Sie hier klicken.
Nobelpreis
(Hamburg, 7.10.09) Zum Ende der Einleitung meines neuen Buchs schreibe ich: “Gut möglich, dass einer der vielen Forscher, die ich in diesem Buch zitiere, die ich in ihren Labors besucht oder mit denen ich mich am Rande von Kongressen unterhalten habe, eines Tages ebenfalls den Nobelpreis bekommt. Gönnen würde ich es allen.”
Dass es allerdings so schnell gehen würde, hätte ich nicht gedacht: Am Montag wurde bekannt, dass Elizabeth Blackburn gemeinsam mit Carol Greider und Jack Szostak dieses Jahr den Nobelpreis für Medizin erhalten. Geehrt werden exakt jene Arbeiten über Telomere und Telomerase über die ich in meinem Buch berichte.
Aus diesem Anlass habe ich den Beginn des Kapitels “Von Telomeren und Telomerase” nun auch in meine Leseproben aufgenommen. Bitte hier klicken
Ehrung für Epigenetiker
(Hamburg, 24.09.09) Vorgestern erhielt einer der weltweit führenden Epigenetiker und Stammzellforscher einen der wichtigsten deutschen Preise für biomedizinische Forschung: Rudolf Jaenisch vom Whitehead Institute in Cambridge, USA, und Professor für Biologie am Massachusetts Institute of Technology (MIT) bekam den Ernst Schering Forschungspreis 2009. Vielleicht folgt nun ja auch in ein paar Jahren der Nobelpreis, so wie es Christiane Nüsslein-Volhard einst gelungen ist ;-).
Ich gratuliere Herrn Jaenisch jedenfalls herzlich zu diesem hochverdienten Erfolg. Gerne erinnere ich mich an das freundliche und lange Interview zurück, das er mir vergangenes Jahr in Berlin gab. Viele seiner Anmerkungen haben Eingang in mein Buch Der zweite Code gefunden. Es wäre ohne seine Hilfe sicher weniger spannend geworden.
Einen Artikel über Teile unseres Gesprächs und seine aktuelle Forschung finden Sie übrigens neuerdings in meinen Arbeitsproben. Bitte hier klicken.
Dank an die Leser
(Hamburg, 21.09.09) Es ist überwältigend: Mittlerweile erhalte ich fast täglich Emails von Lesern meines neuen Buchs. Vielen DanK dafür, vor allem, weil Sie nicht mit Lob sparen. Typisch sind zum Beispiel diese Worte eines Orthopäden und Rheumatologen aus Frankfurt: “Ich danke Ihnen für die übersichtliche und spannende Darstellung des Standes der Forschung auf dem Gebiet der Epigenetik, das für uns Ärzte in den nächsten Jahren wahrscheinlich eine überragende Bedeutung bekommen wird.”
Ganz ausdrücklich möchte ich mich auch bei jenen bedanken, die mich auf zwei äußerst bedauerliche Fehler aufmerksam gemacht haben. Auf Seite 45 erkläre ich die Insulinreaktion falsch. Hier müsste Glukagon statt Insulin stehen. Und auf Seite 58 ff. schreibe ich, die RNA würde aus Aminosäuren bestehen. Das ist natürlich vollkommener Quatsch! RNAs bestehen aus Nukleotiden – und das weiß ich eigentlich auch. Hier habe ich offensichtlich zu unkonzentriert gearbeitet, wofür ich um Entschuldigung bitte.
In den folgenden Auflagen werden die Fehler selbstverständlich korrigiert. Wohltuend ist, dass fast alle Leser und Rezensenten, denen diese Dinge aufgefallen sind, sie mir nicht übel nehmen. Das sei nicht so wichtig, schreibt ein Psychologie-Professor, weil es nicht zum wesentlichen Inhalt des insgesamt so hervorragenden Buchs gehöre. Und ein Internist aus Wuppertal benennt zwar die Fehler, schreibt aber gleich dazu, dass ich das natürlich selber wisse. So viel Vertrauen tut gut.
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Erste Lesung / Standardwerk
(Hamburg, 04.09.09) Die erste Veranstaltung zu meinem neuen Buch Der zweite Code findet am 9.9. im abc Buchhaus Hoheluft in Hamburg statt. Für genaue Infos, bitte hier klicken.
Außerdem freue ich mich gerade über eine Besprechung im Magazin Bücher. Dort steht über den zweiten Code unter anderem: “Ein Standardwerk – nur zu empfehlen!”
Für weitere Pressestimmen bitte hier klicken.
Neu auf YouTube
(Hamburg, 02.09.09) Dank einer Aktion von Freys Bücherdienste stelle ich seit kurzem auf YouTube meine zwei neuesten Bücher vor.
Ich kann mir das nicht anschauen, aber vielleicht haben Sie Interesse? Bitte hier klicken.
Mit einem herzlichen Dankeschön an Birgitt Frey.
Email aus den USA
(Hamburg, 24.08.09) Kürzlich bekam ich eine Email aus den USA, von Randy Jirtle, einem der weltweit bekanntesten Epigenetiker. Er bedankt sich für die Zusendung meines neuen Buches. (Ich hatte ihn lange interviewt und bin an vielen Stellen auf unser Gespräch und seine Forschung eingegangen). Außerdem hoffe er, es sei eine englische Ausgabe in Planung.
Tatsächlich sucht Rowohlt natürlich einen Verlag, der das Werk auf Englisch herausbringen möchte. Und nun gibt es sogar ein neues, besonders gutes Verkaufsargument: Randy Jirtle wäre nämlich bereit, ein Vorwort zu schreiben, für das Buch, das er selbst so beschreibt: “The Second Code, the first popular book on epigenetics.”
Hoffentlich wird was draus!
Für weitere Infos zum “zweiten Code”, bitte hier klicken.
Viel passiert
(Hamburg, 18.08.09) Als mein neues Buch eine Woche auf dem Markt war, habe ich mich in den Urlaub verabschiedet und konnte deshalb auch diese Netzseiten nicht mehr aktualisieren. Nun stehe ich vor einem äußerst angenehmen Problem: In den vergangen Wochen ist so viel positives passiert, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll.
Die Nachfrage nach dem Buch war sofort nach Erscheinen so groß, dass es schon zwei Wochen auf der Spiegel-Bestsellerliste verbracht hat, auf den Plätzen 32 und 44. Inzwischen ist bereits die zweite Auflage erschienen. Die erste ist weitgehend ausverkauft.
Viele der Experten, mit denen ich mich während der Recherchen unterhalten hatte, schickten mir Emails und lobten den Inhalt: “Das, was ich daraus schon gelesen habe, liest sich sehr gut!” schreibt zum Beispiel Bernhard Horsthemke. Joachim Bauer schreibt: “Ein ganz tolles Buch!” Dirk Hellhammer aus Trier berichtet, mein Buch habe unter den Psychobiologen an seiner Universität in Trier bereits einen kleinen “Fanclub”. Auch Andreas Plagemann aus Berlin und – was mich ganz besonders freut – Randy Jirtle aus den USA schickten Glückwünsche.
Selbst die erste Leserpost ist bereits eingetroffen. Sie ist fast nur positiv und ich möchte mich an dieser Stelle schon mal vorab bei allen bedanken, die mir ihre Eindrücke und Ideen geschildert haben. Ich werde versuchen, schon bald individuell zu antworten. Besonders freute mich die Email eines 69-jährigen Arztes für Allgemeinmedizin, deren Wortlaut ich hier gerne zitiere: “Gratulation zu Ihrem hervorragend geschriebenen Buch! Sie haben die molekularen Zellstrukturen erklärt, die mir nun nach Ende meines Berufslebens eine Deutung zahlreicher Erkrankungen ermöglichen. Mit Spannung werde ich nun die Entwicklungen auf dem Feld der Epigenetik verfolgen und was Sie noch zu diesem Thema zu sagen haben werden.”
Unter den vielen neuen Pressestimmen, für die ich ja eigentlich eine eigene Rubrik habe, möchte ich hier nur eine, ganz besonders freundliche zitieren. Anne von Blomberg schreibt auf Readme.de: “Für mich ist ‘Der zweite Code’ ein Whauuu!-Buch, weil das Lesen meine gehirninterne Produktion von Glückshormonen steil in die Höhe getrieben hat. Ich bin sicher: Jedem, der sich auch nur ein bisschen für neue medizinisch-biologische Erkenntnisse und die davon zu erwartenden Anwendungsmöglichkeiten interessiert, wird es genauso gehen.”
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