Vortrag und Lesung zur Epigenetik

Was haben Sie heute gefrühstückt? Fahren Sie regelmäßig mit dem Fahrrad zur Arbeit? Haben Sie sich in den letzten Tagen mal so richtig Zeit für sich selbst genommen und Stress abgebaut? Wann haben Sie Ihrem Kind zuletzt über den Kopf gestreichelt und es aufgemuntert?
Warum ich solche Fragen stelle? Sie berühren Themen, um die es in meinem neuen Buch Der zweite Code und in dem dazu passenden Vortrag zur Epigenetik geht. Denn fast alles, was wir Menschen tun und was andere mit uns tun, wirkt sich auf unsere Zellen aus. Es hinterlässt Spuren im molekularbiologischen Fundament unseres Körpers. Die neue Wissenschaft der Epigenetik kann jetzt sogar zeigen, dass solche Spuren, wenn sie nur nachhaltig und stark genug sind, das innerste Wesen unserer Zellen beeinflussen: das Erbgut.

Unterstützt mit einer Powerpoint-Präsentation erkläre ich auf populärwissenschaftliche Art die faszinierenden Forschungsergebnisse aus dem neuen Teilgebiet der Genetik. Die Botschaft: Fühlen Sie sich nicht als Marionetten Ihrer Gene. Vertrauen Sie darauf, dass Sie Ihre Konstitution, Ihren Stoffwechsel, Ihre Persönlichkeit ändern können. Anders als die Bio-Fatalisten es in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder behauptet haben, ist unser Leben nicht bis ins Kleinste vom Erbgut vorbestimmt. Molekularbiologische Schalter sitzen an den Genen und bestimmen dauerhaft, ob ein Stück Erbgut aktivierbar ist oder nicht. Und diese Schalter können wir mit Hilfe unseres Lebensstils verändern.

So stellen sich schon im Mutterleib und in den ersten Jahren unseres Lebens entscheidende Weichen. Unser Genom wird so programmiert, dass wir als Erwachsene eine mehr oder weniger einnehmende Persönlichkeit haben und sogar noch im Alter mehr oder weniger anfällig für viele verschiedene Krankheiten wie Krebs, Herzinfarkt oder Diabetes sind.

Ich erkläre, wie die epigenetischen Schalter funktionieren, zeige, wieso die Umwelt und unser Lebensstil sie verstellen können, und was wir tun sollten, damit sie sich in eine gesund machende und ein langes Leben schenkende Richtung verstellen. Zudem sage ich, was Eltern tun können, damit sie auch bei ihren Kindern die richtigen epigenetischen Weichenstellungen vornehmen.

Für die ein- bis eineinhalbstündigen Präsentationen benötige ich Beamer und Leinwand. Auf Wunsch verbinde ich den Vortrag gerne mit einer Lesung. Dabei lese ich zwischen einzelnen Abschnitten des Vortrags kurze Passagen aus Der zweite Code vor.


Aus dem Inhalt

Das Gedächtnis der Zellen
Warum Gene Schalter brauchen: Die wichtigsten epigenetischen Strukturen, warum die Genetik mit dem Anspruch gescheitert ist, eine biomedizinische Revolution auszulösen, und warum es ihr dank der Epigenetik nun doch gelingen dürfte.

Warum wir Macht über unser Erbgut haben
Wie Umweltsignale das Erbgut von Lebewesen umprogrammieren können: Von Blattschneiderameisen, Bienen, Eidechsen, Wasserflöhen und natürlich dem Menschen.

Die Entstehung der Persönlichkeit
Wie frühkindliche und vorgeburtliche Erlebnisse die Entwicklung des Gehirns beeinflussen, damit den Charakter für das ganze Leben prägen und wieso Psychotherapie funktioniert.

Epigenetik der Gesundheit
Über die Programmierung des Stoffwechsels: Warum dicke Menschen so schwer abnehmen können, warum hungernde Mütter dicke Kinder bekommen und wie eine epigenetische Ernährung aussehen könnte.

Rezepte für ein hohes Alter
Wie wir epigenetisch gesteuerte Programme aktivieren können, die uns ein langes Leben schenken.

Epigenetische Vererbung
Einige epigenetische Anpassungen scheinen Menschen sogar an ihre Kinder und Enkel vererben zu können. Damit rüttelt die Epigenetik an einem der zentralen Dogmen der Evolutionsbiologie: Wir vererben mehr als unsere Gene!

Biomedizin auf dem Weg ins 21. Jahrhundert
Die Epigenetik beflügelt Stammzellforschung und Krebstherapie. Außerdem könnten Medikamente, die den zweiten Code verstellen, schon bald gegen viele psychische und körperliche Leiden helfen, gegen die es derzeit kaum effektive Gegenmittel gibt.